Übersichtskarte

Sex, drugs and...ähhh quatsch...Mokka, Tea and Music

Montag, 07.05.2012

Muttertag 1 Muttertag 2 Autistischer Junge mit lieblings CD

Yasam Akademie (

Yasam Akademie (

Einladung zum Kaffe am Meer

Alles Mokka oder was?

Tee auf altmodische Art an der Raststätte 1

Tee auf altmodische Art an der Raststätte 2 Parcours 1 Whirlpool-Bereich neu aufgebaut und gesäubert

Antalya Hafen bei Nacht

 

İyİ ki doĝdun (= Herzlichen Glückwunsch)

Es ist mal wieder soweit! Wie viele haben diesem Ereignis schon entgegen gefiebert! Die Massen bangen und nun soll des Volkes Neugier befriedigt werden :)

Die zweite Woche an der türkischen Riviera war geprägt von Arbeiten und interkulturellem Austausch. Da immer mehr Routine einkehrte, gab es nicht viel „außergewöhnliches“ zu berichten. Außer selbstverständlich den Muttertag!

Funfact vom Autor: Der türkische Muttertag findet einige Tage VOR dem deutschen statt, was bei dem einen oder anderen schon mal für Verwirrung sorgen kann, was den rechten Zeitpunkt angeht um Grüße an die Heimatfront zu schicken (An diesem Punkt ein kurzer Einschub für die Frau, die die unvergleichliche Ehre hatte mich zur Welt zu bringen ;): „Mutter, selbstverständlich war meine SMS lediglich ein Test um raus zu finden ob du den Fehler bemerkst und ich kann dir mit Freuden ein überdurchschnittliches Abschneiden attestieren!“).

Wo sich nun die Einen mehrere Male der Versuchung zu türkischen Fressorgien, genannt „Einladungen“, hingaben, da feierten die Anderen ausgiebig die autistische Form des türkischen Muttertages...mit Musik, Gesang und Unmengen Gebäck Der Autor rät an dieser Stelle den daheim Gebliebenen vor unserer Heimkehr sämtliche Wagen entweder unschädlich zu machen oder zumindest täuschend echt zu manipulieren um eventuelle Ohnmachtsanfälle der weiblichen Teilnehmer vorzubeugen ;)

Um die (hoffentlich) reversibel adipös Geschädigten in Schutz zu nehmen, muss man sagen, dass türkische Einladungen meist eine vorherige dreitägige Fastenzeit voraussetzen oder ansonsten einem Todesurteil durch das allseits gefürchtete Platzen gleich kommen...und sei das Essen noch so gut...oder gerade deshalb!

Was und vor allem in welchen Mengen bei einem solchen Anlass aufgetischt wird ist unglaublich! Das Aufzählen der einzelnen Köstlichkeiten würde hier zu viel Platz benötigen und jeden Leser gefährlich nahe an den Zustand der Exsikose (->Wikipedia bemühen) durch übermäßige Speichelbildung bringen. Da man ja auch brav sein und niemanden vor den Kopf stoßen will, nimmt man sich freilich auch zur Genüge und versucht (manchmal krampfhaft) alles auf zu essen...dumm ist dann nur, wenn die Nachbarin zufällig mitbekommt, dass unten Gästen im Garten geladen sind und auch noch mit Unmengen von Leckereien aufkreuzt und deren diffizile Zubereitung anpreist. Dann ist Sense...

Unter der Woche bekam ich die Gelegenheit Nachmittags der Einladungen eines Arbeitskollegen zu Folgen und mit ihm in eine nahe gelegene Stadt (Kemer) zu fahren...ein recht erschreckendes Ereignis. Schon lange habe ich die Auswüchse des Tourismus nicht mehr so deutlich vor Augen geführt bekommen. Eine Horde fragwürdig erfolgreicher und sicherlich mit der geringst möglichen Menge an Grips ausgestatteter Landschaftsplaner/Architekten und „Hotel-Ketten-Fürsten“ hat es hier auf schier unvergleichliche Weise zu Stande gebracht, einen an sich sehr schönen Strandabschnitt und ein wohl ehemals schönes kleines Dörfchen zu einer in seiner Dekadenz unendlich abstoßenden Betonwüste zu verarbeiten. Aber das passiert ja leider Gottes oft/immer und überall auf der Welt. Wie man sich in einer derart perversen Form des All-Inklusiv-Tourismus wohl fühlen kann wird mir auf immer ein Rätsel bleiben....   

Einzig die trotzdem hier heimischen Riesenschildkröten, die sich im Meer keine 10m vor dem „Strand“ tummelten, waren sehenswert, aber leider nicht auf Fotos zu bannen.

Am Donnerstag besuchten Manuela und Ich eine andere Praktikumsstelle. Eine Art Musik-Hort für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in unmittelbarer Umgebung zu unserer Pension. Hierbei handelt es sich um die Gleiche Tagesstätte, die auch in der Woche davor das Percussion-Konzert veranstaltete und von dem bereits Bilder hier auf der Seite kursieren.

Dort stellen die Kinder kleine Schmuckstücke in Eigenarbeit her, bieten diese in kleinen Straßenständen vor der Einrichtung feil und üben selbstverständlich fleißig mit dem überaus engagierten Musiklehrer auf ihren Instrumenten.

Da die Wochenendplanung sehr unterschiedlich aussah (an den Strand gehen und die Hautkrebsentstehung fördern, Kulturprogramm oder andere Städte besichtigen), werde ich dem einen kleinen Extra-Beitrag widmen.

Ansonsten habe ich noch ein paar Bilder als Impressionen der Woche beigefügt. Sei es der endlich in Betrieb genommene Parcours, der urigste Çay der Welt, türkischer Mokka aus wunderschönen alten Tassen oder der Hafen von Antalya bei Nacht.


In diesem Sinne wieder einmal:

Karpuz almak isti (= Ich möchte/nehme Wassermelone)

Von Barfußlaufen, Einkaufszentren und Wasserfällen...

Freitag, 04.05.2012

Salam aleikum (= Friede sei mit dir)

 

Die Zeit rennt! Und aus unerfindlichen Gründen schreibt sich der Blog nicht von selbst...ganz schön frech! Immerhin war er umsonst! :)

Also kam der Autor auf die geniale Idee mehrere Tage auf einmal zusammen zu fassen. Taktisch sehr klug! :)

Eigentlich gründet diese Idee jedoch nur darauf, dass sich Freitag und Samstag wegen unglaublicher Ereignislosigkeit nicht für jeweils einen eigenen Blogeintrag eigneten.

Wie so oft: Morgens aufstehen, Essen, Trinken, Pause, Cay, Cay, Cay, Cay, Cay, Cay, Cay...uvm. ;)

Freitags habe ich es endlich geschafft, die eingefahrene Routine der Pseudo-Physiotherapie zu durchbrechen und statt 25min. sinnfreier "Elektrotherapie" einfach Barfuss laufen zu gehen in der recht großzügigen Grünanlage der Einrichtung...klassischer Fall von Not macht erfinderisch. Leider führt einen der Autismus immer wieder und recht schnell an die Grenzen effektiven Trainings und man muss darauf achten seine Erwartungen, die durch Erfahrungen aus deutschen Rehaeinrichtungen geprägt sind, deutlich herunter zu schrauben. Die Kinder haben nunmal "leider Gottes" kein neues Hüftgelenk, sondern eine Einschränkung, die Kommunikation mit der Außenwelt oftmals (fast) unmöglich macht. Eben deshalb macht man sich jedoch Gedanken, in wie weit der "Trainingsparcour" überhaupt durchführbar ist...was jedoch auch am Freitag noch nicht getestet werden konnte.

Nach der Arbeit konnten Manuela und ich uns mal wieder nicht um die Einladung unserer Betreuer herumdrücken etwas mit uns zu unternehmen. Mächtig stolz wurde uns....(Trommelwirbel)...das größte Einkaufszentrum Antalyas präsentiert mit seinem eingebauten 6D-Kino!!!! :) Für uns vielleicht etwas zu belächeln, scheint es für die Türken jedoch ein ganz großes Ding zu sein...ist da vielleicht die Basar-Mentalität dran Schuld? Wo bei uns der städtische Markt manchmal ein Highlight ist, ist es hier das EInkaufszentrum :)

Am Samstag besuchten wir Vormittags mit der gesamten Mannschaft den Basar im Stadteil Lara zu dem uns unsere Betreuer geraten hatten (deutlich geringere Preise als im Tourismuszentrum Antalyas um den Hafen). Dieser hatte, auf Grund seiner Größe auch gleich mal 4 verschiedene Bushaltestellen hintereinander und unter aufgespannten Markiesen konnte man alles erfeilschen was das Herz begehrte: von Bauchtanzoutfits über unglaublich leckere Erdbeeren, bis hin zu den obligatorischen Adidas-usw.-Fälschungen. Leider steht das Marktschreien auf den Basaren inzwischen unter Strafe, was sicherlich einen großen Einschnitt im Hinblick auf den Flar bedeutet. Tatsächlich patrouliieren ständig sozusagen Schreihals-Politessen durch die vollgestopften Gänge um fleißig Strafzettel für übertriebenes Gebrülle zu verteilen...als wenn die Heiserkeit am Abend nicht schon ausreichen würde :)

Anschließend trafen wir uns in der Pension um uns aufzumachen die Extremsportart "Japaner-Sightseeing" auszuprobieren. Los ging es zu den Şelale-Wasserfällen (ca. eine Stunde Busfahrzeit vom ZEntrum entfernt) und wir stellten fest, dass man einen Ort an dem man gut und gerne 4 Stunden verweilen könnte, tatsächlich in einer halbe Stunde durchrennen kann. Immer vorausgesetzt man hat eine leistungsfähige Kamera mit sich, die mindestens 4 Bilder pro Sekunde schafft und man keinen Krampf im Auslöser-Finger bekommt. Hochleistungssport par excellence :)

Abends machten wir uns daran Manuelas 20. Gebrutstag zu zelebrieren, wobei wir wieder einmal feststellen mussten, dass Alkohol in der Türkei, auf Grund der hohen Besteuerung, extrem teuer ist. Der Abend war lustig bis feucht-fröhlich. Weitere Details werden jedoch wegen der hochheiligen Schweigepflicht eines jeden Therapeuten und partieller retrograder Amnesien nicht verraten :D

 

In diesem Sinne mal wieder:

Ekmek (= Brot) 

Rhythmische Klopfgymnastik mit heilender Wirkung

Donnerstag, 03.05.2012

Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Konzert Erkundungstour Erkundungstour Erkundungstour Erkundungstour Teppich gefällig?! Teppich gefällig?!Buyurunuz ! (= Bitte sehr!)

Der Donnerstag hielt, für den größten Teil von uns, neben dem langsam an Routine gewinnenden Alltag eine besondere Attraktion für uns bereit:

Eine musikalische Aufführung einer der Behinderteneinrichtungen Antalyas, die ebenfalls zu unseren Praktikumsstätten zählte.

Habe ich einleitend von rhythmischer Klopfgymnastik mit heilender Wirkung gesprochen, muss dies nun konkretisiert werden. Es handelte sich um ein Projekt des Musiklehrers der Einrichtung Aufführungen mit mannigfaltigen Percussion-/ Tanz-/Gesangs- und Rapeinlagen durchzuführen. Heilend deswegen, weil sich die Hingabe und Freude mit der diese eingeschränkten „kleinen“ Künstler ihren Teil zur Aufführung beitragen nicht anders beschreiben lässt.

Der Abend wurde dann von mir für einen Altstadtstreifzug genutzt der „einsam“ begann und mit Granatapfelchai und Schafswolle endete. Lässt man sich nämlich nicht von den oftmals Umsatz-witternden-Verkäufern abschrecken, sondern lässt sich auch mal auf einen Plausch mit seriöseren Händlern ein (freilich nachdem man nachdrücklich erklärt hat, dass man keinen 10m breiten Teppich in Stuhlgangbraun als Mitgift wünscht), lernt man wieder einmal schnell die türkische Gastfreundschaft in seiner vollen Pracht kennen. Bringt man dann zusätzlich noch eine Menge Zeit mit um sich der Nationalsportart schlechthin zu widmen – dem Sitzen – kann man einiges dazu lernen. Z.b. welche Bereiche des Schafes für welche Teppiche genutzt werden können, wie die Instandsetzungsarbeiten über 100 Jahre alter Teppiche von statten geht uvm.

Abends stürzten wir uns wie so fot ins türkische "Kulinaritäten-Meer" 

In diesem Sinne:

imam bayıldı = mit Tomate gefüllte Aubergine

Der Donnerstag hielt, für den größten Teil von uns, neben dem langsam an Routine gewinnenden Alltag eine besondere Attraktion für uns bereit:

Eine musikalische Aufführung einer der Behinderteneinrichtungen Antalyas, die ebenfalls zu unseren Praktikumsstätten zählte.

Habe ich einleitend von rhythmischer Klopfgymnastik mit heilender Wirkung gesprochen, muss dies nun konkretisiert werden. Es handelte sich um ein Projekt des Musiklehrers der Einrichtung Aufführungen mit mannigfaltigen Percussion-/ Tanz-/Gesangs- und Rapeinlagen durchzuführen. Heilend deswegen, weil sich die Hingabe und Freude mit der diese eingeschränkten „kleinen“ Künstler ihren Teil zur Aufführung beitragen nicht anders beschreiben lässt.

Der Abend wurde dann von mir für einen Altstadtstreifzug genutzt der „einsam“ begann und mit Granatapfelchai und Schafswolle endete. Lässt man sich nämlich nicht von den oftmals Umsatz-witternden-Verkäufern abschrecken, sondern lässt sich auch mal auf einen Plausch mit seriöseren Händlern ein (freilich nachdem man nachdrücklich erklärt hat, dass man keinen 10m breiten Teppich in Stuhlgangbraun als Mitgift wünscht), lernt man schnell und wieder einmal die türkische Gastfreundschaft in seiner vollen Pracht kennen. Bringt man dann zusätzlich noch eine Menge Zeit mit um sich der Nationalsportart schlechthin zu widmen – dem Sitzen – kann man einiges dazu lernen. Z.b. welche Bereiche des Schafes für welche Teppiche genutzt werden können, wie die Instandsetzungsarbeiten über 100 Jahre alter Teppiche von statten geht uvm.

Back again !!

Mittwoch, 02.05.2012

Yolumu kaybettim! (= Ich habe mich verlaufen!)

Autistenschule in Lara Alltagstraining im speziell eingerichteten Appartement Teppiche herstellen Stricken Malunterricht 1 Malunterricht 2 Pause Unterricht mit detusch-türkischer Schülerin Therapie-Whirlpool

Er ist wieder da!! Der einzig wahre Halbmond-Blog, wo sich Weißbrot und Olivenöl gute Nacht sagen...special offer for you my friend!!

Nach langer Abstinenz auf Grund technischer Schwierigkeiten der Seite (zumindest was das Öffnen in der Türkei anging) und zeitlicher Interferenzen, die weniger auf der „immensen“ Zeitverschiebung als auf den vielen Einladungen beruhten, gibt es einiges nach zu holen.

Von Geschichten über die sagenumwobenen türkischen Crepes, rhythmische Klopfgymnastik mit heilender Wirkung bis hin zur bisher unerreichten 4-Phasen-Strategie türkischer Gigolos gibt es hier alles für very little money only for you!!

 

Aber fangen wir von vorne an :)

 Seitens des Autors reicht die Erinnerung der Aufzeichnung im allumfassenden Kompendium menschlichen Wissens, genannt Internet, zurück bis ins Jahre 2012 n.Chr. ...genauer gesagt letzten Mittwoch.

An diesem Tage flatterte die Erlaubnis zur Fotodokumentation mit Einschränkung (Unkenntlichmachung der Patientengesichter) herein und sofort erlag der werte Verfasser dem gefürchteten Paparazzismus-Virus ;)

Manuela und ich wurden weiterhin in die verschiedenen Klassen delegiert um mit unseren wunderheilergleichen Fähigkeiten autistischen Kindern zur Genesung zu verhelfen...

Meinem Sarkasmus mag der aufmerksame Leser vielleicht entnehmen, dass gelegentliches Kopfschütteln bis hin zu ausgeprägten Migräne-Anfällen ab und an zu unserem Alltag gehörten.

Muss man den in unserer Einrichtung angestellten Lehrern mit spezieller universitärer Ausbildung ein umfassendes Wissen hinsichtlich dem Umgang und der Erziehung autistischer Kinder zugestehen, scheint partiell jeglicher gesunde Menschenverstand bei dem ein oder anderen pensionierten Lehrer der alten Schule, der auf Grund von Geld- und Fachkräftemangel für diese Einrichtung reanimiert wurde, zu fehlen.

So kam es gelegentlich zu mehr oder minder amüsanten Situationen, wenn mal wieder die Frage auftauchte, ob eine operative Zungenverlängerung, einem Kind, dass in der geistigen und motorischen Entwicklung extrem zurückgebliebenen war, nicht das Sprechen ermöglichen würde. An anderer Stelle versetzte es die Lehrer in Entzücken, wenn das „offensichtlich“ (!?) zum Treppensteigen unfähige Kind „urplötzlich“ die Freuden der rechtwinkligen Betonformen zu entdecken begann...einzig und allein dadurch das ENDLICH mal jemand mit ihm eine Treppe näher in Augenschein nahm.

Unseren Einsatzmöglichkeiten sind, hinsichtlich der therapeutischen Effektivität, auch (un-)klare Grenzen gesetzt. Einerseits sind die sprachliche Barriere als auch andererseits die fehlende Erfahrung mit Autisten und aller spätestens die teilweise enorme geistige Behinderung der Kinder limitierende Faktoren. Das führt dazu, dass manchmal nichts anderes zu tun bleibt als die Lehrer in ihrer Tätigkeit (Malen, Rechnen usw.) zu unterstützen.

Größtes Manko der Einrichtung ist und bleibt, wie so oft, die anhaltende finanzielle Dürrezeit. Haben private Spender anfangs über 2 Millionen Euro in die Hand genommen, ist es jetzt an der Regierung sich mit dem Projekt zu brüsten...und trotz Versprechungen keinen Pfennig mehr für notwendiges Material zu investieren.

So ist zwar ein großzügiger Physiotherapiebereich, was die Räumlichkeiten angeht, vorhanden, jedoch glänzt die Abteilung, auf Grund von Geldmangel, mit einer grandiosen Mitarbeiterzahl von gleich NULL !!

Aber zum Glück wurde der praktisch völlig nutzlose Whirlpool (von dem übrigens mit stolzgeschwellter Brust erzählt wird es gäbe in der ganzen Türkei nur 25 dieser Art) angeschafft, weil man sich unter einem Therapiebecken schlichtweg nichts vorstellen konnte...und nachfragen freilich überbewertet wird.

Ich könnte jetzt noch eine Weile mit einer ebenso frustrierenden wie dubiosen Aufzählung fortfahren, aber man kann auch einfach festhalten, dass der anfängliche Enthusiasmus einen spürbaren Dämpfer erfahren hat. Nichts desto Trotz ist die Zusammenarbeit mit den sehr auf unser Wohlergehen bedachten Lehrkräften nach wie vor sehr angenehm und auf seine Weise ist der Aufenthalt auch lehrreich.

Ein Lichtblick gibt es immerhin:

Ich habe grünes Licht bekommen mit dem sehr engagierten Sportlehrer den Whirlpool wieder in Betrieb zu nehmen um eine beschittene Form Wassertherapie durchzuführen und in einer der fast leeren Sporthallen mit den kargen vorhandenen Materialien eine Art Sturzprophylaxe- / Alltagstrainingsparcour zu verwirklichen.

Die in Inbetriebnahme mit versuchsweise 10 (von 100!) Schülern dürfte in den nächsten Tagen beginnen und über den Aufenthalt hinaus andauern.

Weiter geht es gleich :)

Çok lezzetlı (= Das ist sehr lecker)

In den Mai baden

Dienstag, 01.05.2012

Bottstrip Richtung Alanya Bootstrip Sonnige Grüße nach Hause eeeeeennnndlich Strand... türkisches Familien-1.Mai-Grillen Damla mit Damla (siehe Flasche) Handyladeautomat...zahlen und laden?! İyi akşalmar! (= Guten Abend)

 

1. Mai

Internationaler Feiertag

Wie sieht der wohl in der Türkei aus?

Vorweg: Getanzt sind wir nicht in den Mai....eher geschwommen :)

Auch in Antalya ist der 1. Mai - wie wahrscheinlich im Rest der Türkei ;) - Feiertag, was für uns einen freien Tag nach all der Anstrengung, den nicht enden wollenden Strapazen und der Schinderei des ersten Tages bedeutete. Und den nutzten wir ausgiebig fürs Sonnenbaden und einen ausgedehnten Bootstrip.

Um halb 10 am FRÜHEN Morgen quälten wir uns aus den Betten und verfrachteten unsere schlaftrunkenen Körper in den weitläufigen Salon unserer geräumigen Edelvilla um das Frühstück über uns ergehen zu lassen ;)

Danach ging es mit einer gehörigen Portion "Sonnengier" runter zum Hafen, wo wir von Daniela ein schönes hölzernes Ausflugsboot organisiert bekamen und auf dem Sonnendeck und feinster Party-Ballermann-Musik die "Segel in den Wind stellten" (die Arbeit leistete im Endeffekt der Dieselmotor....) . über ca. 2 1/2 Stunden ging es östlich Richtung Side und Alanya unter strahlend blauem Himmel und in praller Sonne an der Steilküste entlang. Neben den obligatorischen Delphinen, gehörten auch einige eindrucksvolle Wasserfälle, wie man sie in freier Wildbahn selten sieht, dazu ;)

Nach ausreichendem Ausgleich des Sonnenstrahlendefizites ging es wieder zurück in den sicheren Hafen. Zurück in der Altstadt wurde eine uns gänzlich unbekannte und sagenumwobene Köstlichkeit aufgetischt....DER DÖNER!!!! (Anmerkung für evtl. Bühnenstück: Fanfahren im Hintergrund)

Den meisten wohl doch wohlbekannt, ist zumindest die Zubereitung sehenswert. nämlich am Holzfeuer-Dönerspieß-Grill.

Sollte nun der daheim gebliebene Leser der Ansicht sein, der Tag sei ja nun mit etlichen Sonnenstunden und reichlichem Mahle der Perfektion sehr Nahe gekommen, dann lasse er sich sagen, dass derer Sonnenstunden nie zu viele in einer Tagesplanung enthalten seien können :)

DIesem Grundsatz folgend fuhren wir auch prompt an einen langgezogenen, Grillfest-bevölkerten Strand an den Ausläufern Antalyas um unsere Astralköper weiter zu verwöhnen.

Als sich die Sonne dann doch verabschiedete ging's wieder zurück in die heimischen Pensions-Gefilde und ans Abend essen, dass unterschiedlich gestaltet wurde.

Besondere Beachtung sei jedoch der Tatsache gewidmet, dass die Mädels ESSEN GINGEN während die spärlich vertretenen Männer (Andreas und Andreas) KOCHTEN!!!!!

Und zwar Yufka par excellence :)

 

Ja und das war es auch schon von diesem unglaublich anspruchsvollen Tag. Man mag gar nicht glauben, dass man die Tätigkeit des Sonnenbades so umfangreich in Text verpacken kann, doch das konnte ich mir nun wirklich nicht nehmen lassen. Die daheim gebliebenen mögen es mir verzeihen :)

 

In diesem Sinne wieder einmal

Afiyet olsun (= Guten Appetit)

Der große Tag!

Montag, 30.04.2012

 

STTRRRAAAANNNDDDD !!!

Der gute alte Atatürk

Chillen

der leuchtende Stadtfluss

beleuchtetes Antalya

ganz hartes Chillen

beleuchtetes Antalya 2

Imdat! (=Hilfe!)

 

Nun ist es also soweit gewesen. Nach den anfänglich noch recht im Trüben liegenden Details der Arbeit in Antalya Vorab in Deutschland und den immer noch nicht wirklich konkreten Informationen Zwecks Einsatzart und -durchführung vor Ort, sollte es also endlich in die heiße Phase gehen.

Motto des Tages: "Mal schauen was da so auf uns zu kommt" alias "Augen auf und durch"

Dem zwar bestmöglichen Informationsstand durch Daniela (IB), aber trotzdem teilweise doch sehr spärlichen der Einrichtungen, war es zuzuschreiben, dass die Aufregung schon am Sonntag Abend recht hoch war. So ziemlich jedem der Teilnehmer dürften Fragen wie "Was zum Teufel werde ich da morgen machen?!", "Werde ich der Situation gerecht werden können, vor allem durch die zusätzliche Sprachbarriere?" durch den Kopf gegangen sein. Klar war: Eine richtige Vorstellung hatten wir nicht....

Und selbst diese wurde beim Einen über-, beim anderen "unter"troffen.

--- Bilder gibt es hinsichtlich der Praktikumsorte noch keine, da die "Ablichtungserlaubnis" noch eingeholt werden muss. Auch nähere Beschreibungen des ersten Tages beschränken sich vorerst auf die des Autors ---

Eine Logopädin (Manuela aus Freiburg) sowie ein Physiotherapeut (Ich, Andreas B. aus Konstanz) sollten im Autistenzentrum  in Lara, einem Stadtteil Antalyas, eingesetzt werden.

Nach einem reichlichen Frühstück, aber trotzdem recht flauem Magen, da keiner von uns beiden irgendwelche Erfahrungen mit autistischen Kindern/Jugendlichen hatte, ging es um 9Uhr los Richtung Lara. Dort wurden UNSERE Erwartungen maximal ÜBERtroffen!!

Der türkische Staat hat für seine Autisten in Antalya wie es schien keine Mühen und Kosten gescheut (umgerechnet mehr als 2Mio. Euro) und ein fast schon palastähnliches 3 Stöckiges Schul-/Betreuungszentrum mit großer Grünanlage inmitten von Lara's Wohngebiet aus dem Boden gestampft. Morgens hohlt die Kinder eine wahre Kolonne an Schulbussen ab, liefert sie gegen halb 9 im Autistenzentrum ab (ohne Eltern) und bringt sie um 14Uhr auch wieder nach Hause.

Die Einrichtung kümmert sich täglich von 8:30 bis 14Uhr mit mehr als 50 speziell Ausgebildeten Lehrkräften (4jähriges Studium) um 100 autistische Kinder und Jugendliche, was bedeutet, dass jede Lehrkraft sich auf max. 2 Schüler konzentriert. Ein Konzept, das meines Wissens nach, zumindest in der Größenordnung, in Deutschland seines Gleichen sucht.... Dort lässt man den Betroffenen eine Mischung aus Logo-/Ergo- und Sporttherapie angedeihen.

Die Führung durch die imposante Einrichtung wurde von einem der Lehrer mit sehr guten Englischkenntnissen durchgeführt, was uns mit unserer "idiopathischen Türkalparese" :) selbstverständlich sehr entgegenkam. Sämtliche Mitarbeiter waren rührend um unser Wohlbefinden besorgt. Mindestens 10 Chai waren Pflicht  und bei jeder sich bietenden Gelegenheit wurden uns Sitzmöglichkeiten angeboten, da wir doch sicherlich über alle Maßen erschöpft seien!! Rührend, wie gesagt :)

Wir wurden in jede Klasse (bestehend aus einem kleineren Raum immer für zwei Lehrer, die sich um ihre jeweils zwei Schüler kümmerten) förmlich "mitgeschleift" und über etwaige weitere Therapiemöglichkeiten ausgequetscht. Die Wissbegierde auf türkischer Seite hinsichtlich deutscher, innovativer Therapien war und ist enorm wie wir feststellen mussten. Was durchaus ein gewisses Unbehagen auslöste, da sehr große Hoffnungen in  uns Praktikanten (!) gesetzt worden waren...dabei sind es "nur" 3 Wochen Aufenthalt!

Sicherlich der Besitz, auf den die Einrichtung am meisten Stolz ist, ist  der hauseigene, in einer staatlichen Einrichtung einzigartige Whirlpool mit verschiedenfarbiger Unterwasserbeleuchtung genannt "Therapiebecken". Auf den ersten Blick etwas zu belächeln, da man sich fragt, was in der kleinen Wanne genau stattfinden soll, außer ein feucht-fröhliches Martinitrinken nach Dienstschluss, aber voreilige Schlüsse, will ich noch keine ziehen :) 

Ich will den Bericht auch nicht unnötig mit zu viel Details dehnen, deshalb sei nur soviel gesagt/wiederholt:

Der erste Eindruck ist beeindruckend und über alle Maßen positiv. Wir fühlen uns wohl und sind auf die kommenden Tage gespannt.

Doch nicht alle hatten so viel Glück...doch davon mehr in den nächsten Tagen.

 

Die Bilder sind ein paar Impressionen aus der nachmittäglichen und abendlichen Gestaltung unseres ersten Arbeitstages.

 

In diesem Sinne wieder ein mal:

"Yolum kaybettim!" (= Ich habe mich verlaufen!)

Sizi anlamıyorum !

Sonntag, 29.04.2012

Türkei-Workshop 1 Türkei-Workshop 2 Auf, auf !! HANDTASCHEN!!!!!! Hafenambiente nette Assistentin mit Ayran :)der allgegenwärtige Chay (Tee) Allgegenwärtig die 2. : der Mokka Mittagessen Mittagessen MIttagessenNachtrag:

So ein Blog ist doch arbeitsaufwändiger wie man denkt! Vor allem was Bildauswahl und kreatives Schreiben angeht. Deshalb entschuldigt sich der Autor und legt EXTRA ein Nachtschicht ein um sein unsägliches Versagen demütigst mit einem aufrichtigen "Özür dilerim" (= Das tut mir Leid) wieder gut zu machen :)

"Was bisher geschah..." oder "In einem Land ein Stunde voraus...."

Nach dem Gaumen-Kulturschock des ersten Abends kam das mediterrane Frühstück am nächsten Morgen für Einige u.U, doch etwas überraschend. Statt der üblichen Cornflakes-Packung erwartete die von nächtlichen Muezzinrufen und "Hundekämpfen-Live-Beobachter" gebeutelten Teilnehmer nämlich Schafskäse, Oliven, Gurken und Tomaten zusammen mit dem Typischen Weißbrot, dessen Name dem fleißigen Verfasser leider entfallen ist.

Doch auch dieser Widrigkeit haben wir getrotzt und waren somit gestärkt für den folgenden "Türkei-Intensiv-Nice-To-Know-Workshop" von IB-Betreuerin Daniela sowie tiefer gehenden Infos über die Praktikumsstellen am nächsten Tag. Nachdem wir hier die zum Überleben wichtigsten Infos in der (wirklich gar nicht) grauen Theorie näher gebracht bekommen haben (u.a. ein kleines 1.Hilfe Vokabular), gingen wir beim folgenden Orientierungslauf in der Altstadt daran, das Ganze auch praktisch zu vertiefen. Sehr zum Leidwesen von Daniela, die versuchte den Zeitplan nicht völlig katastrophal scheitern zu lassen, gab es in der Altstadt doch tatsächlich so hinterhältige Fallen wie GESCHÄFTE!!! Und wenn sich etwas magnetisch anzieht, sind es Frauen und Läden mit Handtaschen ;) (Anmerkung: Der Autor bangt jetzt schon um sein Leben, sollte das jemals eine der Teilnehmerinnen lesen ;) )

Mittags stellten wir uns dann entkräftet der selbstauferlegten Bürde etwas zu essen...und dass auch noch bei der unglaublich guten türkischen Küche!! Eine reine Qual, kann ich nur sagen :D

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen ging es abends und einige Sehenswürdigkeiten später erneut in das einschlägig bekannte Restaurant des Vorabends mit dem Ziel das versäumte RICHTIGE "Einstandsessen" nachzuholen. Um der Ehrlichkeit genüge zu tun, aber unter ständiger kritischer Kontrolle durch Herrn Schneider und Daniela, wurde auch ein wenig dem Raki gefrönt.

Das Teilnehmerfeld lichtete sich wieder wie gewohnt und nur der harte Kern bekam Luftballons vom "fahrenden Händler" geschenkt.

In diesem Sinne und um unseren Wortschatz zu erweitern, diesmal eine Vokabel, die so gar nicht zum Abschluss geeignet ist:

Teşekkürler (=Danke)

 

P.s.: Wer sich gefragt hat was es mit der Überschrift auf sich hat:

= "Ich kann Sie nicht verstehen" :)

Antalya wir kommen...

Samstag, 28.04.2012

Warten im Flughafen Basel Flugzeug nach Istanbul Flug nach Istanbul Blick auf die Alpen Bodensee Adee Istanbul Hallo Duty Free Frauenparadies Antalya Flughafen...nur echt mit dem Halbmond Erstes türkisches Buffet Open Air beim BuffetNachtrag:

Merhaba! (=Hallo!)

Sooo...nachdem wir uns (fast ) alle beim Vortreffen am Donnerstag in den Räumlichkeiten des IB-Freiburg beschnuppern konnten und die anfänglichen Klarheiten ausgeräumt wurden, sitzt jetzt der Großteil der “Therapeuten ohne Grenzen“-Truppe im Bus zum Flughafen in Basel.

Und schon sind erste Verluste zu verzeichnen! Wo ist der Seesener Kollege? Zum Glück nur ein kleines Verständigungsproblem hinsichtlich des Treffpunktes :-)

Vom Flughafen Basel ging es dann nach Istanbul und nach 2h - hungrigen Aufenthaltes - weiter nach Antalya, wo wir so gegen 21 Uhr  ankamen.

Und schon hat der erste Koffer kapituliert und sich gedacht, dass Istanbul einfach mehr zu bieten hat als Antalya und dort noch etwas den Rufen des Muezzins zu lauschen ;-)

Zur Gegenteiligen Ansicht kamen wir alle spätestens beim Abendessen.

In einem schönen Seitengassen-Restaurant mit Live-Musik und ausgelassener Stimmung gab es reichhaltig Vorspeisen und Leckereien vom Grill und wir wurde gleich herzlich aufgenommen.

Nachdem Einige (alle Mädels!!) vor Müdigkeit das Handtuch warfen und das Hostel aufsuchten um sich u.a. im kuscheligen 8-Bett-Zimmer zur Ruhe zu betten, ging es für den restlichen harten Kern noch bis ca. um 3 Uhr heiter weiter mit Gitarre, Raki, Efes ("Nationalbier") und viel guter Stimmung.

Und damit genug für den ersten Tag / Abend, denn morgen müssen wir wieder um 9 parat stehen zum Frühstück und für den zweiten "Türkei-Workshop".

 

In diesem Sinne

iyi geceler! (= Gute Nacht!)